Menü

Edinburgh, Glasgow, Wandern zwar nicht am Loch Ness, aber am Loch Katrine, und das Open-Air-Museum in New Lanark – das waren die Highlights (obwohl wir gar nicht in den Highlands waren) unserer Kursfahrt nach Schottland im Juli 2017.
Nach zwei Tagen Anreise mit Bus und Fähre kamen wir am Dienstagabend ziemlich erschöpft bei unseren Gastfamilien in Stirling im Herzen Schottlands an. Und im Gespräch mit ihnen wurden wir auch schon vor die erste Herausforderung der Fahrt gestellt: den schottischen Akzent. Doch mit ein bisschen Eingewöhnungszeit war auch der kein Problem mehr.
„Die Kochkünste der Gastfamilien sind sehr unterschiedlich“, hieß es in der Broschüre von Senlac, der Organisation, die unsere Fahrt geplant hatte. Dabei tauschten wir uns so gut wie jeden Tag über unser Abendessen und Lunchpaket aus und stellten fest, dass die sich eigentlich sehr ähnelten. Für uns von grünen Smoothies verwöhnte Hipster aus der Nähe von Prenzlauer Berg war das erst einmal eine Umstellung.

Wenn man aus Berlin kommt, wirkt eine Hauptstadt wie Edinburgh mit knapp 500.000 Einwohnern doch eher beschaulich. Und auch die größte Stadt des Landes, Glasgow (rund 600.000 Einwohner), hatten wir in Kleingruppen relativ schnell erkundet – zumindest die Touristenmagneten wie den George Square, die St. Mungo’s Cathedral, die Gallery of Modern Art, das Glasgow Science Centre und den Queens Park. Zuvor hatten wir noch gemeinsam das Schulmuseum besucht.


Unsere Gasteltern waren natürlich gespannt, wie wir Edinburgh und Glasgow miteinander vergleichen würden. Klarer Sieger: Edinburgh. Die Altstadt von Dùn Èideann (Edinburghs schottischer Name) mit ihren Sandsteingebäuden, die zum Weltkulturerbe zählt, hat uns durch ihre Schönheit und Einzigartigkeit fasziniert. Wie Rom auf sieben Hügeln gelegen, war die Aussicht vom Holyrood Park über die Stadt einfach unschlagbar.
Ausgehend vom National Museum flanierten wir die Royal Mile entlang bis hoch zum Edinburgh Castle, auf dessen Vorplatz vor wenigen Tagen das Military Tattoo beendet worden war. Ein Blick durch viele kleine Torbögen in gemütliche Innenhöfe und schmale Gässchen offenbarte uns Edinburghs ganzen Charme. Dort hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht.
Eine ganz andere Seite von Schottland präsentierte sich uns im eindrucksvollen Open-Air-Museum in New Lanark. Robert Owen, der Besitzer des dortigen Baumwollfabrikationszentrums, setzte in New Lanark im 18. Jahrhundert soziale Reformen durch. Kinder unter 10 Jahren mussten nicht arbeiten, jeder bekam ein Mindestmaß an Bildung, der Arbeitstag wurde verkürzt, die hygienischen Verhältnisse verbessert und die Löhne fairer gestaltet. Ganz schön fortschrittlich, die Schotten!

Doch woran denkt man bei Schottland eigentlich als erstes? An die atemberaubende Natur! Von der konnten wir uns am Loch Katrine und am viel besungenen Loch Lomond selbst ein Bild machen. War das Wandern vielleicht auch nicht jedermanns Sache, die wilde Schönheit der Landschaft hat uns alle hingerissen.
Was von dieser Kursfahrt für uns 43 Schüler geblieben ist, sind auf alle Fälle viele schöne Erinnerungen. Das ein oder andere Wort auf Englisch oder Scots haben wir gelernt, Freundschaften gefestigt und ein Land mit großartiger Natur, sehenswerten Städten, interessanten Menschen und einem liebenswerten Akzent kennengelernt. Und wer weiß, vielleicht kommt manch einer von uns ja zum Studieren zurück nach Schottland?

Von Leonie Bartel, 11. Jahrgang

Picknick am Loch Katrine
Tantallon Castle

Go to top